Neuer Rastplatz am Scheuereck eröffnet

Wanderer, die in diesen Tagen am Scheuereck unterwegs sind, werden Richtung Gsenget etwas Neues entdecken: Einen Rastplatz mit gravierter Steintischplatte, die den Weg von Niederalteich über Auerbach, Kirchberg, Rinchnach, Bärnzell, Zwiesel und Lindberg nach Gutwasser in Tschechien beschreibt. Es handelt sich um Lindbergs ersten Beitrag zum neuen INTERREG-Projekt „Gunthersteig“, das die Gemeinde gemeinsam mit der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH und dem Landkreis Deggendorf, dem Kraj Pilsen und der Stadt Hartmanice angestoßen hat.

Der Gunthersteig ist einer der prägenden historischen Besiedelungswanderwege Europas. Auf den Spuren des als Volksheiligen verehrten „Rodungsmönchs“ verläuft er in vier Tages-Etappen, auf insgesamt 88 Kilometern, von Bayern nach Böhmen. Im Zentrum der gemeinsamen Bemühungen steht die Neufokussierung und Aufwertung des Gunthersteigs. Zudem will man gemäß der Botschaft des „Grenzgängers“ und „Wegebauers“ Gunther die deutsch-tschechische Freundschaft und Zusammenarbeit vertiefen. Touristisch gesehen soll das Thema Pilgern den Bayerischen Wald einer ganz neuen Zielgruppe näherbringen.

In Lindberg sind gleich vier Gunthersteig-begleitende Stationen geplant – lädt die Gemeinde durch attraktive Übernachtungsmöglichkeiten doch zum längeren Verweilen ein. „Am Rastplatz kann man dann noch einmal innehalten und den bisherigen Weg Revue passieren lassen, bevor es über die Grenze geht“, erklärte Lindbergs Bürgermeisterin Gerti Menigat bei der offiziellen Eröffnung am Freitag.

Eingebracht wurde die Gestaltungsidee der Waldverein, Sektion Lindberg-Falkenstein, unter besonders tatkräftiger Unterstützung von „Vereinsschreiner“ Erhard Ganserer. Er hat das Untergestell des Tisches gezimmert. Für die massive Granitplatte zeichnet sich die Firma „Naturstein Kopp“ aus Zwiesel verantwortlich. Vom Nationalpark Bayerischer Wald stammen die Bänke. Gefördert werden alle Aktivitäten um den Gunthersteig vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dr. Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung, freute sich, dass „ein Weg, der durch das Nationalparkgebiet verläuft, so viele Leistungsträger, Kommunen, Landkreise und letztlich zwei Nationen zusammenführt.“